Schwangerenbetreuung

Die Schwangerschaft ist eine spannende und erwartungsvolle Zeit voller Freude und intensiver Momente. Es werden viele neue Erfahrungen auf Sie zu kommen.

Wir möchten Ihnen in erster Linie einige wissenswerte und nützliche Hinweise zum Ablauf der Schwangerschaft geben und Sie über die kontinuierlichen Untersuchungen zur Erkennung von mütterlichen oder kindlichen Risiken informieren. Es werden die Möglichkeiten des Geburtsverlaufes mit Ihnen besprochen und wir können speziell auf Ihre Fragen und Wünsche eingehen.

Mutterschaftsvorsorgerichtlinien

Die gesetzlich vorgegebenen Mutterschaftsvorsorgerichtlinien garantieren Ihnen, die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und Entbindung sowie ein breites Angebot an medizinischen Leistungen. Diese sind für alle Krankenkassen verbindlich festgelegt. Auch die Versorgung nach der Geburt ist darin geregelt.

Hier geht es zu den Original-Mutterschaftsrichtlinien (Gemeinsamer Bundesausschuss)

Nach oben

Frauenärztliche Untersuchung

Bei der Erstuntersuchung erfolgt zunächst eine ausführlichen Anamnese und die Untersuchung von Scheide und Gebärmutter. Es wird hierbei ein Abstrich aus dem Gebärmutterhals entnommen und auf Chlamydien untersucht, um eine Chlamydieninfektion auszuschließen.

Des Weiteren sind die folgenden Leistungen verbindlich für die Vorsorge und die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen: 

  • das Anlegen eines Mutterpasses mit Festlegung des Geburtstermins
  • das Erfassen von Schwangerschaftsrisiken und die Beratung zu Ernährung und Risikovermeidung
  • die Messung von Blutdruck und der Nachweis der Herztöne sowie die Kontrolle des Urinsdie Kontrolle der kindlichen Entwicklung inclusive dreier Ultraschalluntersuchungen.

Die Mindestabstände zwischen den Untersuchungsterminen sind vorgegeben:

  • anfänglich alle 4 Wochen
  • ab der 30. Woche alle 2 Wochen
  • aber der 36. Woche wöchentlich

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Auch zusätzliche Leistungen wie ein CTG oder die Gabe der Impfung bei Blutgruppenunverträglichkeit können Teil der Vorsorge sein.

Blutuntersuchungen im Rahmen der gesetzlichen Vorsorge
Zu Beginn Ihrer Schwangerschaft werden die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Es folgt ein Antikörpersuchtest, um eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind frühzeitig auszuschließen. Um ganz sicher zu gehen, wird dieser Test wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wiederholt. Beim Blutgruppenmerkmal "Rhesus negativ" wird zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche eine Spritze verabreicht, um eine mögliche Blutgruppenunverträglichkeit zu verhindern.  

Zur gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge gehört, neben der Blutuntersuchung auf Röteln und Lues (Syphilis), außerdem die Untersuchung auf zwei schwerwiegende, Infektionserkrankungen: Hepatitis B (HBV) und AIDS (HIV). Wegen ihrer langen Inkubationszeit, in der die Infektion häufig unbemerkt bleibt, soll die Analyse zu Beginn einer Schwangerschaft ausschließen, dass eine Ansteckung der werdenden Mutter vorliegt, die auf ihr Baby übertragen werden kann. Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich immer die Untersuchung auf HIV. Bei der Untersuchung auf HIV handelt es sich um ein von den Krankenkassen finanziertes Angebot, das allerdings nur auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren vorgenommen wird.

Blutzuckerbelastungstest
Ca. 10 bis 15 Prozent aller werdenden Mütter entwickeln während der Schwangerschaft die Zuckerstoffwechselstörung Gestationsdiabetes. Sie kann nach der Geburt beim Kind zu Unterzuckerungen oder Atemnotsyndrom mit der Gefahr einer Hirnschädigung führen.

Bei der Mutter besteht eine erhöhte Neigung zu Fehlgeburten, Bluthochdruck, erhöhter Fruchtwassermenge, Harnwegs- und Pilzinfektionen sowie EPH-Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung"). Schwangerschaftsdiabetes zeigt zunächst keine Symptome. Eine gesicherte Diagnose des Gestationsdiabetes kann nur mit einem Blutzucker-Belastungstest zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche festgestellt werden. Dieser Test analysiert die Verarbeitung von Glucose und ist aus ärztlicher Sicht dringend zu empfehlen. Nur so ist die frühzeitige Entdeckung von Schwangerschaftsdiabetes möglich und nur so können rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Der Blutzucker-Belastungstest ist nicht in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten allerdings im Rahmen spezieller Förderprogramme für Schwangere.

Ultraschall-Untersuchungen
Während der Schwangerschaft finden drei von der Krankenkasse bezahlte Ultraschalluntersuchungen statt, um die kindliche Entwicklung zu beurteilen:

  • Im 1. Drittel der Schwangerschaft zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche
  • Im 2. Drittel der Schwangerschaft zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche
  • Im 3. Drittel der Schwangerschaft zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche

Mithilfe dieser Untersuchungen können mögliche Entwicklungsstörungen oder Fehlbildungen des Kindes rechtzeitig erkannt werden. Im Bedarfsfall kann eine weiterführende spezialisierte Diagnostik eingeleitet und eine notwendige Therapie begonnen werden. Hierbei sehen dann auch die Mutterschaftsrichtlinien weitere medizinisch begründete Untersuchungen vor. Weitere Leistungen sind z.B. Fehlbildungsdiagnostik, Spezialsprechstunden für Risikoschwangere und Geburtsplanung.

Alle diese Maßnahmen sind absolut wichtig und durch nichts zu ersetzen. Sie beinhalten alle notwendigen Untersuchungen, die der Gesetzgeber zum Schutz der Schwangeren und des ungeborenen Kindes in den Mutterschaftsvorsorgerichtlinien festgelegt hat.

Für Ihr Wohl und die Gesundheit Ihres Kindes können wir noch mehr tun. Wir bieten Ihnen in unserer gynäkologischen Praxis noch weitere Leistungen an, um Sie noch umfassender und sicherer in der Schwangerschaftsvorsorge betreuen zu können. Die Kosten hierfür haben Sie selbst zu tragen. Wir beraten Sie gern und Sie haben die Gewissheit, dass alles getan wird, damit in Ihrer Schwangerschaft bis hin zur Geburt möglichst alles optimal verläuft.

Nach oben

Wunschleistungen im Rahmen der Schwangerschaftsbetreuung

  • Ultraschall

Viele Eltern möchten auch zwischen den vorgeschriebenen Terminen wissen, ob sich ihr Kind zeitgerecht entwickelt. Der letzte Kassenultraschall liegt ca. 10 Wochen vor dem Geburtstermin. Daher möchten viele Eltern z.B. auch einen Wunschultraschall  kurz vor der Geburt. Es gibt ihnen ein sicheres Gefühl.

  • Toxoplasmose

Eine Antikörperbestimmung gegen Toxoplasmose ist sinnvoll. Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Eine Infektion erfolgt hauptsächlich durch den Kontakt mit infizierten Katzen oder durch den Genuss von rohem oder halb gegarten Fleisch sowie nicht ausreichend gewaschenem Obst, Gemüse oder Salat. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann zur Fehlgeburt oder zu schweren Schäden beim Ungeborenen führen, die sich jedoch, bei rechtzeitiger Behandlung, vermeiden lassen. Durch die Antikörperbestimmung zu Beginn der Schwangerschaft kann frühzeitig festgestellt werden, ob die Mutter bereits Antikörper (Abwehrstoffe) gegen Toxoplasmose im Blut hat und somit geschützt (immun) ist. Bei fehlender Immunabwehr sollte im Laufe der Schwangerschaft eine weitere Kontrolluntersuchung erfolgen.

  • Cytomegalie-Virus-Untersuchung (CMV)

Cytomegalie ist eine äußerst häufige und für die meisten Menschen ungefährliche Viruserkrankung, die durch einen Erreger verursacht wird, der zur Familie der Herpes-Viren gehört Der Verlauf ist meist milde und unentdeckt und führt nur in seltenen Fällen zu schweren Krankheitssymptomen. Sie kann nur dann gefährlich für das ungeborene Baby sein, wenn eine Frau zum ersten Mal in der Schwangerschaft mit dem Cytomegalie-Virus in Kontakt kommt. Wir empfehlen Ihnen daher einen Bluttest in der frühen Schwangerschaft.

  • Erst-Trimester-Screening (ETS)/ Nackentransparenz-Messung (NT-Messung)

Die am häufigsten vorkommende Chromosomenstörung unter den genetischen Defekten ist das Down-Syndrom (Trisomie 21). Mit zunehmendem Alter der werdenden Mutter steigt das Risiko, ein Kind mit dieser Chromosomenstörung zu bekommen. Wir bieten daher allen werdenden Müttern die Möglichkeit, das Erst-Trimester-Screening im Rahmen der Pränataldiagnostik im ersten Drittel der Schwangerschaft, zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche, durchführen zu lassen. Die Nackentransparenz-Messung ist eine nicht-invasive Ultraschalluntersuchung Sie dient der Auffindung und Risikoabschätzung von chromosomalen Erkrankungen sowie von Entwicklungsstörungen und kann auch Hinweiszeichen für komplexe Herzfehler geben. Kombiniert man die Ultraschalluntersuchung mit einer Bestimmung von zwei Laborwerten aus dem mütterlichen Blut (PAPP-A und freies ß-HCG), so steigt die Auffindungsrate für das Down-Syndrom auf bis zu 90 %. Bei einem auffälligen Ergebnis  können dann zur Abklärung noch weitere Untersuchungen eingeleitet werden. Ein unauffälliger Befund schließt eine Chromosomenstörung somit weitestgehend aus.

  • Streptokokken-Abstrich

Bei etwa 30 Prozent der schwangeren Frauen finden sich Streptokokken der Gruppe B im Genitalbereich. Diese Bakterien sind normalerweise harmlose Besiedler der Vaginalschleimhaut. Bei der Geburt allerdings kommen die Neugeborenen mit diesen Streptokokken in Kontakt und können infiziert werden. Eine Folge können schwere Infektionen sein, weil die Neugeborenen noch keine Abwehrmechanismen dagegen besitzen. Eine rechtzeitige Gabe von Antibiotika kann diese Übertragung bei der Geburt verhindern, sodass das Risiko für Ihr Kind minimiert wird. Wir empfehlen Ihnen daher eine Vorbeugung gegen die B-Streptokokkeninfektion. Der Streptokokken-Abstrich in der 32. bis 36. Schwangerschaftswoche gibt Ihnen die Möglichkeit, diese Frage zu klären. So können Sie bei Bedarf die Behandlung rechtzeitig vor der Geburt  planen und für sich und Ihr Kind eine optimale Versorgung erreichen.

Nach oben

Wir sind für Sie da:

Montag bis Donnerstag
07.40 - 12.00 Uhr
15.00 - 18.30 Uhr

Freitag
08.00 - 12.00 Uhr

Termine nach Vereinbarung

Telefonische Erreichbarkeit unter: 0481 / 785 – 4820